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 21.02.2012  22:00 Uhr

WahlenNeue OZ: Kommentar zu Jemen

Osnabrück (ots) - Steiniger Weg zur Demokratie

Die Jemeniten haben nicht zwangsläufig für den neuen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gestimmt. Er war ohnehin der einzige Kandidat. In erster Linie stimmten sie gegen den gehassten und geschassten Ex-Diktator Ali Abdullah Saleh. Denn nur wenn der Neue genügend Unterstützung erhält, sind sie den Alten endlich los. Erst dann endet seine Amtszeit offiziell, erst dann müssen seine Verwandten im mächtigen Sicherheitsapparat den Hut nehmen. Der Weg für den Übergangspräsidenten im sogenannten Armenhaus von Arabien hin zur Demokratie wird die nächsten zwei Jahre steinig sein. Nach mehr als drei Jahrzehnten unter Saleh müssen staatliche Strukturen, wie etwa eine Verfassung, von Grund auf neu geschaffen werden.

Dabei sollte sich das Land von den anderen Golf-Monarchien wie Saudi-Arabien emanzipieren. Zwar waren es deren Könige und Prinzen, die die Wahl erst ermöglichten. Doch als sie den Wahl-Deal mit der Opposition einfädelten, hoben sie mit Hadi ausgerechnet einen Ex-Vertrauten von Saleh auf den Schild. Wer so handelt, will weiter seine Finger im Spiel behalten. Abgesehen davon wird Hadi innenpolitisch genug Probleme haben. Der Süden würde sich lieber heute als morgen abspalten, im Norden regiert der Huthi-Clan bereits nach seinen eigenen Regeln. Und weil im Jemen jeder Mann über sein eigenes Gewehr verfügt, steht das Land einen Schritt vor dem Abgrund. Und der heißt Bürgerkrieg.


Orginal-Meldung: http://www.presseportal.de/pm/58964/2202641/neue-oz-kommentar-zu-jemen-wahlen/api


 

(Redaktion)

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