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 22.02.2012  19:46 Uhr

Rheinische PostVorlage für Taliban

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Matthias Beermann:

Seit einem Jahrzehnt sind amerikanische Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Nach so langer Zeit, so sollte man meinen, dürfte sich bei der Truppe herumgesprochen haben, dass der Umgang mit religiösen Symbolen in dem zutiefst konservativen Land eine gewaltige Portion Fingerspitzengefühl verlangt. Was also mag die Soldaten geritten haben, Koran-Exemplare in einen Verbrennungsofen zu stopfen? Ahnungslosigkeit? Gedankenlosigkeit? Oder war es doch diese obszöne Überheblichkeit, mit der sich jüngst auch Scharfschützen der Marines beim Urinieren auf die Leichen ihrer Gegner fotografieren ließen? Am Ende ist es fast egal - der Ruf der ausländischen Truppen in Afghanistan wurde durch diese stupide Tat ein weiteres Mal ramponiert. Längst gelten sie einer Mehrheit der Afghanen nicht mehr als Befreier oder Beschützer, sondern als rüpelige Besatzer. Das ließe sich vielleicht verschmerzen, wenn die wichtigste Mission der internationalen Truppe nicht ausgerechnet der Kampf um das Vertrauen der Menschen wäre. Die Koran-Schändung ist eine direkte Vorlage für die Propaganda der Taliban. Jetzt können sich die selbst ernannten Gotteskrieger, die skrupellos Kinder in den Tod schicken, über die "Barbarei" ihrer Feinde empören. Es ist zum Verzweifeln.


Orginal-Meldung: http://www.presseportal.de/pm/30621/2203366/rheinische-post-vorlage-fuer-taliban/api


 

(Redaktion)

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