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 22.02.2012  18:15 Uhr

Frankfurter Neue PresseZu Tarifkonflikt am Frankfurter Flughafen "Gewerkschaft, bleib bei Deinen Lotsen!" Kommentar von Panagiotis Koutoumanos

Frankfurt am Main (ots) - Der Traum des David GdF, den Goliath Fraport in die Knie zu zwingen, ist zunächst geplatzt. Die kleine Gewerkschaft der Flugsicherung fügt dem großen Flughafen-Betreiber zwar schmerzhafte Wunden zu. Aber der ist weit davon entfernt, zu wanken oder gar zu stürzen.

Gemessen an ihrer Ankündigung, den Frankfurter Flughafen lahm legen zu wollen, ist die GdF damit erstmal gescheitert, findet sie sich in einer Patt-Situation wieder, in der sie den Tarifkonflikt nicht gewinnen kann. Kein Wunder also, dass die Gewerkschaft die Arbeitsniederlegungen vorläufig beendet und an den Verhandlungstisch zurückkehrt, obwohl Fraport ihre Forderungen nicht erfüllt hat. Da ist es zunächst auch irrelevant, wie es dem Unternehmen im Detail gelingt, den Betrieb weitgehend aufrecht zu erhalten, ob beispielsweise tatsächlich Streikbrecher zum Einsatz zu kommen, die im Einzelfall unzureichend für ihre Tätigkeit gewappnet sind. Da sich während der Streiks - gottlob - keine Unfälle auf dem Vorfeld ereignet haben, steht die GdF bislang als Verlierer in diesem Konflikt da. Ganz offensichtlich hat die Gewerkschaft die Widerstandskraft der Fraport ebenso unterschätzt wie die Solidarität der Lufthansa, aber auch anderer Flughäfen, die den Frankfurter Kollegen offenbar mit Personal aushelfen.

Die Machtprobe ist damit zwar noch nicht entschieden. Aber natürlich ist die Verhandlungsposition der Gewerkschaft nun geschwächt. Die einzige Waffe, die sie noch ins Feld führen könnte, wäre ein Solidaritätsstreik der Lotsen der Deutschen Flugsicherung. Aber ob die sich nach ihrem langwierigen Arbeitskampf im vergangenen Jahr mobilisieren lassen, müsste sich zeigen. Zudem könnte Fraport versuchen, einen solchen Solidaritätsstreik vor Gericht zu verbieten. Dem Flughafen in Stuttgart gelang das vor zwei Jahren. Damals versuchte die GdF dort auch kräftige Gehaltssteigerungen für die Verkehrsplaner durchzusetzen und scheiterte.

Am Ende wird sich die GdF-Spitze vielleicht eingestehen müssen, dass das Personal der Vorfeldaufsicht und der Verkehrsplanung eben doch nicht vergleichbar ist mit Funktionseliten wie Lotsen, Lokführer oder Piloten - und folgerichtig mit der Vertretung dieses Personals keine große Streikmacht zu entwickeln ist. Die Konsequenz hieße dann: entweder doch getrennt für Vorfeldaufsicht und Verkehrsplanung zu verhandeln oder die Expansionspläne aufzugeben und sich wieder auf die Vertretung der Lotsen zu beschränken.


Orginal-Meldung: http://www.presseportal.de/pm/45990/2203334/frankfurter-neue-presse-zu-tarifkonflikt-am-frankfurter-flughafen-gewerkschaft-bleib-bei-deinen/api


 

(Redaktion)

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