WestfalenpostKommentar zu Steuern/Pendler/Finanzen/Geld ist immer gut/Probleme mit der Pendlerpauschale/Von Harald Ries
Hagen (ots) - Normalerweise sind Sie an dieser Stelle nicht nur glasklare Analysen gewohnt, sondern auch pointierte Meinungen und deutliche Positionen. Knallhart, aber mit Herz. Darauf haben Sie einen Anspruch. Deshalb bittet der Kommentator heute ausdrücklich um Verzeihung dafür, dass er sich bei der Frage, ob die Pendlerpauschale erhöht werden sollte, nicht entscheiden kann. Da liegt daran, dass auf der einen Seite die persönliche Betroffenheit steht: jeden Tag 160 Kilometer zur Arbeit und zurück. Das kostet nicht nur Nerven, sondern ein Heidengeld, von dem die Steuerpauschale nur einen kleinen Teil deckt. Und der wird immer kleiner, je höher die Ölkonzerne die Preise treiben. Das tut schon weh, auch wenn man einen einigermaßen sparsamen Diesel fährt. Da wäre es natürlich schön, wenn der Finanzminister das deutlich geschrumpfte verfügbare Einkommen wieder entschrumpfen würde. Aber weil es ja unser aller Steuergeld ist, das damit verteilt würde, stellt sich die Frage nach dem gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Mehr Geld unters Volk? Das klingt zu sehr nach FDP. Die Auto-Pendler vor dem Ruin bewahren, vor der Aufgabe ihrer Arbeitsstelle, weil sie sich die Anreise nicht mehr leisten können? Wer all die neuen Großlimousinen und Geländefahrzeuge sieht, kann keinen Notstand erkennen. Sicher: Bei manchen ist es knapp. Anderswo herrscht Überfluss. Das Geld ist nicht gerecht verteilt. Aber dass eine verstärkte Förderung des Autofahrens geeignet ist, das zu ändern, erscheint sehr fraglich. Wenn die Politik etwas übrig hat, sollte sie es besser in umweltfreundliche Verkehrslösungen stecken. Generell gesehen. Aber ganz persönlich könnte ich sehr gut eine kräftige Steuererleichterung brauchen.
Orginal-Meldung: http://www.presseportal.de/pm/58966/2203367/westfalenpost-kommentar-zu-steuern-pendler-finanzen-geld-ist-immer-gut-probleme-mit-der/api
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